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Magazin Biologie und Umwelt Sharkproject braucht Deine Hilfe !

22.
Aug
2009
Sharkproject braucht Deine Hilfe !
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Berichte - Biologie und Umwelt

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O-Ton Gerhard Wegner von Sharkproject:

unsere neue Kampagne gegen den Verzehr von Dornhai-Produkten haben wir Ende Januar dieses Jahres in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleichzeitig gestartet. Sie lief gut an – schon nach drei Monaten haben unsere Schweizer Aktivisten gemeldet, dass der Dornhai in der Schweiz aus dem Lebensmittelhandel so gut wie verschwunden ist. Unsere österreichischen Kollegen melden Ähnliches. In Deutschland standen wir kurz davor, einen ähnlich großen Fortschritt zu erringen: Den Rückzug des größten deutschen Einzelhändlers, der Edeka AG & Co. KG , aus dem Geschäft mit Schillerlocke und Seeaal. Heute müssen wir jedoch feststellen, dass unsere bisherigen Bemühungen hier leider gescheitert sind. Status heute, müssen wir das als gescheitert betrachten. Leider!
Heute müssen wir feststellen, dass wir zwar fünf Monate lang stillgehalten und Edeka nicht unter Druck gesetzt haben, weil wir den Zusicherungen des Unternehmens geglaubt hatten. Das waren vier Monate, in denen wir unsere Kampagne gegen den Verkauf von Dornhai "leise" und "im Geheimen" fortführten, um laufende Geschäfte nicht zu stören und verhandlungsbereite Händler nicht durch zuviel Konfrontation abzuschrecken. Ob man uns diese Rücksicht als Schwäche auslegt oder ganz gezielt darauf spekulierte, dass die Zeit den Druck abbaut, können wir nur vermuten. Fakt ist jedoch, dass wir vorgeführt wurden.

Allem Anschein nach wird Edeka die Dornhai-Produkte nicht kurzfristig aus seinem Sortiment nehmen - trotz gegenteiliger Versicherungen, die wir zuvor bekommen haben. Die Handelskette beruft sich jetzt vielmehr auf die Kooperation mit dem WWF, die vorsieht, dass Edeka bis Ende 2012 nur noch Fischprodukte anbietet, die das MSC-Siegel tragen - also Ware, die aus kontrollierten Fischbeständen stammt.

Das würde bedeuten, dass Edeka nur das ökologische Argument berücksichtigt, den Verkauf des Dornhais einzustellen. Und das auch nur halbherzig. Denn bei einem Rückgang von 95 Prozent der Dornhaie alleine im Nordatlantik (WWF) bedeutet eine Verringerung oder Einstellung des Fanges erst bis Ende 2012 nichts anderes als die Ausrottung dieser Haiart.

Noch verantwortungsloser wird diese Entscheidung vor dem Hintergrund, dass sie die Vergiftung der Kunden mit Methylquecksilber überhaupt nicht berücksichtigt. EDEKA kennt diese Argumente. Wir haben sie schriftlich übergeben, und wir haben viele Male darüber telefoniert. Nach Studien der Bundesregierung überschreiten rund 40% aller Schillerlocken und Seeaal-Produkte den Giftgrenzwert deutlich von (1,0 mg/kg Quecksilber in Haifleisch; Lebensmittelmonitoring 2001).
Fakt ist also, dass mit 40%iger Wahrscheinlichkeit der Kunde von Dornhai-Produkten mit illegal hohen Quecksilberkonzentrationen vergiftet wird. Toxikologisch höchst bedenklich sind schon weit geringere Mengen.
Dies ist dem EDEKA-Konzern nach fünf Monaten Kommunikation und Austausch mit Sharkproject bekannt, es wird jedoch billigend in Kauf genommen und weiter diese gefährlichen Waren verkauft.

Die Liebe zu den Lebensmitteln und dem Profit geht wohl über die moralische Verpflichtung zur Verbrauchergesundheit.
Stopp: Das gilt nicht für das gesamte Unternehmen Edeka. – die Verkaufsstrecke Rhein Ruhr verzichtet aufgrund unserer Argumente seit der Karwoche 2009 gänzlich auf den Verkauf von Schillerlocke und See-Aal.
Wir dürfen also nicht die gesamte EDEKA-Gruppe verteufeln.

Das gilt aber nicht für die Konzernzentrale. Die Pressestelle hat uns hingehalten. Sie hat unsere Argumente scheinbar interessiert aufgenommen, passiert ist im Endeffekt aber nichts.

Mit dieser Taktik hat Edeka eine Reihe von geplanten Sharkproject-Aktivitäten verhindert: Zum Beispiel, gezielt Dornhai-Produkte in Filialen einzukaufen und auf Methylquecksilbergehalt hin untersuchen zu lassen. Oder aktive Protestaktionen vor den Geschäften und die damit verbundene Aufklärungsarbeit.

Und nicht nur das. Dadurch wurden auch weitere Aktionen bei anderen Händlern verhindert. Man hatte uns gebeten auf „militante“ Aktionen während der Verhandlungen mit dem WWF und dem MSC zur Auslistung problematischer Produkte, die den Ansprüchen an Nachhaltigkeit nicht gerecht werden, zu verzichten. Außerdem sollte die konzerninterne Kommunikation mit den EDEKA-Marktleitern, die ja selbstständige Unternehmer sind, nicht belastet werden. Und wir wollten der Konzernkommunikation Gelegenheit geben, die Argumente des Verbraucherschutzes den Unternehmern klar zu machen, stand doch ein historischer Sieg im Kampf für die letzten Dornhaipopulationen und für die Bevölkerungssicherheit bevor, ein Sieg der auf Information und Einsicht beruhte.

Aus dem sofortigen Umsetzen des Konsumenten- und Tierschutzes wurde ein geplantes Kampagnenziel der Auslistung nicht nachhaltig bewirtschafteter Fischprodukte bis 2012. Aus der Benennung der Giftproblematik durch Methylquecksilber durch Haifleisch wurde eine ausschließlich von Nachhaltigkeitsgesichtspunkten geprägte Umstellung der Fischlistungen. Mit anderen Worten: Wir wissen bis heute noch nicht einmal, ob der Dornhai, eine vom Aussterben bedrohte Tierart, überhaupt Teil dieser Produktumstellung Edekas bis 2012 sein wird! Und – noch schlimmer - nach wie vor nimmt der Konzern die Vergiftung seiner Kunden wissentlich in Kauf !

Wir haben uns hinhalten lassen und haben im Sinne des Konsumenten- und Artenschutzes, Zeit verloren. Das hat ab heute ein Ende! Sharkproject wird wieder zubeißen – und dazu brauchen wir in wenigen Wochen Deine aktive Mithilfe. Was passierte und wie Du uns helfen kannst, zeigen Dir die folgenden Artikel in diesem Newsletter.

Doch das ist noch längst nicht alles an Inhalt. Hier findest Du auch die ersten Informationen über unsere Kooperationskampagne mit großen Aquarien „Haifreie Zone“. Wir stellen unsere neue internationale Vortragstour vor und präsentieren unseren neuen Blog, der die vielfältige Arbeit unseres internationalen Teams immer ganz aktuell aus persönlicher Sicht zeigt. Dazu gibt es die Schmuck-Umsetzung unseres Foto-Award-Logos (ab sofort zu bestellen) und vieles mehr über das, was gerade bei uns international so passiert.

Gerhard Wegner - Präsident SHARKPROJECT International e.V.
 
 
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