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Magazin Biologie und Umwelt Um Tasmanien verstummen die Gesänge der Wale

02.
Mär
2009
Um Tasmanien verstummen die Gesänge der Wale
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Berichte - Biologie und Umwelt

Am vergangenen Sonntag haben sich rund 200 Wale und Delphine in das seichte Wasser der nördlich von Tasmanien gelegenen King Island verirrt und sind gestrandet. Mindestens 140 Wale sind bereits verendet, um das Überleben der restlichen Tiere wird derzeit gekämpft. Bereits Ende Januar sind an der Nordküste Tasmaniens 48 Pottwale gestrandet und im November 2008 weitere 155 Grindwale im Westen der Insel. OceanCare, die Schweizer Organisation zum Schutz der Meeressäuger und Ozeane, sieht Lärm als mögliche Ursache der dramatischen Strandungen.

Wädenswil, 2. März 2009: Wale und Delphine sind für Orientierung, Kommunikation und Beutefang auf ihr Gehör angewiesen. In bestimmten Meeresgebieten hat sich der konstante Schallpegel im Laufe der vergangenen sechzig Jahre in jeder Dekade verdoppelt. Der zunehmende Schiffsverkehr erzeugt unter Wasser einen immer undurchdringlicheren akustischen Nebel, der die Wahrnehmung der Meerestiere verzerrt. Lärm macht die Tiere „blind“ und lässt sie stranden.

Zu den gefährlichsten Lärmquellen gehören neben dem Schiffsverkehr aber auch militärische Hochleistungssonare zur Ortung von U-Booten, sowie seismische Tests zur Erdölsondierung. Beide Technologien erzeugen Schallwellen von bis zu 240 Dezibel, was in etwa dem Lärm einer startenden Weltraum-Rakete entspricht. Unter Wasser sind solche Frequenzen rund 3000 Kilometer weit zu hören und richten enormen Schaden an. Der extreme Schalldruck bringt die Blutgefässe in den Gehirnen der Meeressäuger zum Bersten. In Panik tauchen Wale und Delphine zu rasch auf und sterben an der Folge der für sie unnatürlichen Taucherkrankheit. Die für uns sichtbaren Kadaver gestrandeter Wale und Delphine sind in solchen Fällen nur die Spitze des Eisbergs. Viele Meeressäuger sterben auf hoher See und sinken auf den Meeresgrund.

Lärm ist eine tödliche Gefahr für die Meeresbewohner. Seit Jahren geht OceanCare gegen das ohrenbetäubende Dröhnen in den Ozeanen vor. Als federführende Instanz der Internationalen Koalition gegen Unterwasserlärm (IONC) hat die Schweizer Organisation erreicht, dass Unterwasserlärm für die UN-Generalversammlung zum ständigen Traktandum wurde und die Vereinten Nationen der Reduktion und Regulierung dieser grenzüberschreitenden Umweltverschmutzung höchste Dringlichkeit einräumen. Der Unterwasserlärm wurde inzwischen als eine der fünf grössten Gefahren für die Meeressäuger und eine der zehn grössten Gefahren für die Ozeane klassiert.

Im Rahmen der IONC wird OceanCare der Ursache der Walstrandungen in Tasmanien nachgehen und sich dafür einsetzen, dass die Ursachen beseitigt werden.

OceanCare fordert gegenüber allen relevanten internationalen Foren Massnahmen gegen den Unterwasserlärm. Vom 2. Bis 9. März 2009 lobbyiert Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare, in Rom an der Konferenz der Fischereikommission der Welternährungsorganisation (FAO) dafür, dass auch die Fischerei hinsichtlich der Lärmthematik aktiv wird, denn auch Fische werden von Lärm getötet oder wandern aus beschallten Gebieten ab.

Drowning in Sound: Englische Broschüre zum Thema Unterwasserlärm
International Ocean Noise Coalition (IONC)


Pressekontakt
Den Kontakt zu Sigrid Lüber in Rom vermittelt:
OceanCare, Vera Bürgi
Telefon +41 (0)44 780 66 88
Mobile  +41 (0)79 205 63 65
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Über OceanCare

OceanCare setzt sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane ein. Jagd, Lärm, Überfischung und Zerstörung der Ökosysteme bedrohen die Zukunft der Tiere – und auch unsere. Mit konstruktiven Massnahmen wie Forschungsprojekten und Umweltbildungskampagnen sowie dem Engagement im Bereich der Gesetzgebung und in internationalen Foren verschafft sich OceanCare weit über die Landesgrenzen Gehör und setzt Verbesserungen durch. Bei all ihren Aktivitäten strebt OceanCare eine lösungsorientierte Zusammenarbeit an. Denn: Was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen. www.oceancare.org 
 

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