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Magazin Technik Kreislauftauchen = Tec-Diving ? - "FALSCH !!!"

01.
Apr
2006
Kreislauftauchen = Tec-Diving ? - "FALSCH !!!"
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Berichte - Technik
Wie der Name schon sagt, ist ein Kreislaufgerät ein Tauchapparat der es erlaubt das Meiste des ausgeatmeten Atemgases wieder einzuatmen. Das CO2 (Kohlendioxid) in dem Ausatemgas wird von einem speziellen Kalkfilter absorbiert. Der verbrauchte O2 (Sauerstoff) wird durch das System ersetzt. 

 

Man unterscheidet grob in 3 Kategorien (sehr vereinfachte Darstellung der Systeme) 


Semi Closed Rebreather (SCR), 
halbgeschlossenes System: Hier wird ein vorgemischtes Nitroxgemisch durch eine Düse kontinuierlich in einen Atemkreislauf geführt - entweder über einen „Constant-Flow“ oder eine bedarfsgesteuerte Einrichtung, z.B. Dräger Dolphin/Ray.


Closed Circuit Oxygen Rebreather (CCORB), 
voll geschlossenes Sauerstoffkreislaufsystem: Ein technisch einfaches Kreislaufgerät, absolut blasen– und geräuschfrei. Es wird i.d. Regel auf der Brust getragen und das hauptsächliche Einsatzgebiet ist das Militär (Kampfschwimmer). Geringe Einsatztiefe (7m). z. B. Poseidon Oxylon 


Closed Circuit Rebreather (CCR), 
voll geschlossenes Kreislaufgerät: Hier wird entweder mechanisch oder elektronisch über einen oder mehrere Sensoren ein eingestellter Sauerstoffpartialdruck gehalten. Vorteil: tiefenunabhängiger und geringster Gasverbrauch, optimales Gasgemisch in der Tiefe und eine fast gänzlich geräuschfreies Tauchen. Einsatzgebiet auch für Extremtauchgänge. (Tiefenrekord für das Buddy Inspiration ist derzeit 208m).

Während voll geschlossene Systeme durchaus im Bereich des Tec-Diving angesiedelt werden sollten, so ist das Tauchen mit halbgeschlossenen Systemen auch für den "normalen" Sporttaucher interessant. 

Warum Rebreather für Sporttaucher ?

Tauchen ist eins der letzten Abenteuer. Das einmalige Gefühl schwerelos im dreidimensionalen Raum zu gleiten und die persönliche Entdeckung vieler Farben, Formen und Lebewesen im Meer fasziniert uns Taucher. Rebreather eröffnen uns ein völlig neues Erlebnis bei der Entdeckung der Unterwasserwelt. Aber wir sollten weder den Rebreather noch sauerstoffangereicherte Luft (Nitrox) immer gleich mit tiefen und extremen Tauchgängen oder dem "Technical Diving" in Verbindung bringen. Die üblichen Tauchtiefen im Sporttauchen liegen heute weltweit zwischen 15 und 25 Meter. Genau hier bietet der Rebreather eine Menge Vorteile.

Die Einführung und Akzeptanz von Nitrox-Gasgemischen eröffnet die Möglichkeit längere und potenziell sichere Tauchgänge durchzuführen. Rebreather, wie das Dolphin oder das Ray sind handlich und einfach zu benutzen - auch wenn man es beim ersten Hinsehen nicht glaubt - und revolutionieren das Tauchen mit Nitrox. Im Vergleich zu konventionellen offenen Tauchgeräten verlängert sich die Tauchzeit bei normaler Atemarbeit bis zu zehnmal. Die Geräusche von austretenden Blasen werden auf ein Minimum reduziert und jene wenigen Blasen bleiben hinter dem Taucher verborgen. Es erlaubt dem Taucher näher an scheue Unterwasserlebewesen heranzutauchen (Unterwasserphotographen werden begeistert sein), wobei die Unterwasserwelt unberührt und geschützt bleibt. Der Gasverbrauch eines Rebreathers ist derart gering, dass man den Gasvorrat für viele Stunden eines Tauchwochenendes im Kofferraum des Autos oder im Tauchboot verstauen kann, ohne fragen zu müssen, wo die nächste Luftfüllung herkommt.

Ausnutzung des Atemgases

Im Vergleich zum tradtionellen Tauchen mit Druckluft ist die Ausnutzung des Nitrox-Atemgases wesentlich höher. Bei einem 20 m Tauchgang mit Druckluft erreichen wir eine Ausnutzung von 1,3% - die restlichen 98,7% bleiben ungenutzt. Mit Nitrox 50/ 50 in derselben Tiefe werden ca. 35% ausgenutzt. Bei zunehmender Wassertiefe wird die Ausnutzung der Druckluft immer schlechter, wobei die Nitrox-Gemische immer noch eine relativ hohe Ausnutzung bieten. Um einen noch höheren Ausnutzungsgrad zu erreichen, ist es notwendig, die Ausatemluft zu regenerieren und zur Wiederatmung in den Kreislauf zu geben - das Prinzip des Rebreathers.

Vorteile von Nitrox - gerade beim Rebreather

Aufgrund des reduzierten Anteils an Stickstoff, der vom Körper absorbiert wird, ist längeres Nullzeit-Tauchen möglich geworden. Ein reduzierter Stickstoffanteil in Ihrem Körper bedeutet auch, dass nach dem Tauchgang weniger Restgas in Ihren Geweben bleibt. So bietet das Dolphin die Möglichkeit, bei einer Tauchtiefe von 20 Metern einen Nullzeittauchgang von bis zu 2 Stunden ohne Dekompression durchzuführen. Die einzige Begrenzung in diesem Fall ist nur der mitgeführte Gasvorrat - oder eine drückende Blase. Oft wählen Taucher ein entsprechendes Nitroxgemisch für Ihre Tauchtiefe aus, verwenden bei der Berechnung aber Tauchtabellen für Pressluft, um mehr Sicherheit zu erhalten. Dadurch wird das Gefühl der Müdigkeit nach dem Tauchgang verringert.

Warmes Einatemgas

Eine andere einzigartige Eigenschaft des Rebreathertauchens, die Sie genießen werden, ist das angenehm warme und feuchte Nitroxgas, das verhindert, das Sie ständig schlucken müssen, um Ihrer trockenen Kehle Erleichterung zu verschaffen. Die chemische Reaktion, die bei der Absorption des CO2 auftritt, erzeugt Wärme und Feuchtigkeit, die auch zu einer höheren Körpertemperatur beiträgt…gute Nachrichten für diejenigen, die in kalten Gewässern tauchen.

Zusammenfassung der Vorteile: 

  • Der Gasverbrauch ist tiefenunabhängig. 

  • Längere Nullzeiten aufgrund Nutzung eines NITROX-Gemisches als Atemluft. 

  • Wenn die längeren Nullzeiten nicht ausgeschöpft werden - höhere Sicherheit gegenüber einer Dekompressionskrankheit.

  • Fast keine Blasen - dadurch geringere Geräuschentwicklung im Wasser und man kann sich den Fischen besser nähern - optimal auch für Fotografen. 

  • Natürlicheres Atemverhalten.

  • Da die Atemluft wesentlich effizienter genutzt wird, reicht eine 4-5 L große Flasche für Tauchgänge bis zu 3h. Dadurch erspart man sich auch einige Kilos auf dem Rücken.

  • Geringere Dehydration (Austrocknung) des Körpers, da bei der Reaktion mit dem Atemkalk Feuchtigkeit entsteht - geringere Gefahr einer Dekompressionskrankheit, da Dehydration des Körpers Unfallursache Nr.1 ist.

  • Bei Tauchgängen im kalten Wasser hält man es länger aus, da man nicht so leicht auskühlt. Durch die Reaktion mit dem Atemkalk entsteht Wärme und wir haben ständig warme Luft in der Lunge.

  • Das richtige für den technikinteressierten Taucher.

 

Voraussetzung für das Tauchen mit Kreislaufgeräten ist zunächst die Teilnahme und der erfolgreiche Abschluss eines Nitrox-Kurses.

Der Begriff Nitrox ist eine Kombination aus den Wörtern Nitrogen (Stickstoff) und Oxygen (Sauerstoff). Unsere Atemluft besteht aus 21% Sauerstoff (O2) und 78% Stickstoff (N2). Beim Nitroxtauchen werden Gemische mit einem höheren
Sauerstoffanteil benutzt, da der Körper somit weniger Stickstoff aufnimmt. Dies bringt den Vorteil von längeren Nullzeiten oder verminderter Gefahr einer Dekompressionskrankheit oder eines Tiefenrausches, wenn mit Lufttabelle getaucht wird.

Nach Abschluß des Nitrox-Kurses findet schließlich der User-Kurs für das entsprechende Kreislaufgerät statt.

 

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