24. Apr 2006 |
Tweet me!
|
Das Vereisen von Atemreglern ist beim Tauchen in unseren Breiten ein heiß diskutiertes Thema. Wenn der Atemregler nach Beendigung des Einatemvorgangs die Luftzufuhr nicht mehr unterbricht sprechen wir von Vereisung. Auch wenn es die Werbung verspricht - einen 100%-ig vereisungssicheren Lungenautomaten gibt es nicht. Denn nicht nur die Technik ist maßgebend für Vereisungssicherheit, sondern auch unser korrekter Umgang mit ihr.
Physikalische Grundlagen der VereisungGrundsätzlich gilt es, folgende physikalische Grundlage zu betrachten: Arten der Vereisung
Je nach dem Ort der Vereisung unterscheidet man zwischen äußerer und innerer Vereisung. Die innere Vereisung tritt am Sinterfilter der ersten Stufe oder am Hochdruckkolben direkt auf. Voraussetzung dafür ist Feuchtigkeit in der Flasche oder unachtsamer Umgang mit der 1. Stufe, so dass Wasser eingedrungen ist (Spülen nach dem Tauchen ohne Verschlusskappe auf der 1. Stufe). Durch die Abkühlung am Ventil kondensiert Feuchtigkeit in der Druckluft beim Durchströmen des Ventils. Die durch die niedrige Temperatur entstehenden Eiskristalle verhindern ein vollständiges Schließen des Hochdruckkolbens - Der Automat bläst ab. Falls sich Kristalle am Sinterfilter der 1. Stufe bilden, verstopfen sie diesen und der Luftstrom bricht ab. Dies passiert jedoch äußerst selten, da dafür schon eine größere Menge Feuchtigkeit in der Pressluftflasche erforderlich ist, was von einem seeeehr nachlässigen Umgang mit seinem Equipment zeugt. Hiervon sind besonders kolbengesteuerte 1. Stufen betroffen. Membrangesteuerte Automaten sind weit weniger empfindlich, da die Membrane eine isolierende Wirkung hat und rein mechanisch gesehen, in ihrer Bewegung nicht so leicht gehemmt werden kann, wenn sich Eiskristalle bilden. Bei der äußeren Vereisung wird durch die Abkühlung das Wasser in der Wasserkammer gefrieren und den Kolben bzw. das Ventil blockieren. Diese Blockierung erfolgt nur während der Einatemphase (nur dabei wird Wärme entzogen) und der Automat bläst ab. Vereisung der zweiten Stufe Stelle dich innerlich beim Tauchen auf mögliche Vereisungssituationen ein, um im Ernstfall richtig reagieren zu können. Wenn es mal passieren sollte, dann ist folgendes zu tun: Danach zeigst du deinem Tauchpartner dein Problem an. Der Buddy dreht die Flasche zu und du atmest aus deinem (idealerweise) zweiten, komplett getrennten System weiter. Falls dein Buddy dir nicht helfen kann, kannst du dir das Ventil auch selber zudrehen. Falls du durch nach hinten greifen nicht herankommst, dann kannst du auch das Jacket öffnen und über den Kopf ziehen, um an das Ventil heranzukommen. Alle genannten Techniken werden z.B. im Rescue Kurs geschult. Man kann aber auch ein sogenanntes Freeflow-Control-Device einbauen und damit kann man auf sehr einfache Art und Weise den abblasenden Automaten abstellen, ohne lange das Ventil suchen zu müssen. Ist das Ventil geschlossen, ist bereits nach wenigen Minuten die Vereisung wieder verschwunden und du kannst nach dem Aufdrehen wieder aus deinem Hauptautomaten atmen. Technische Möglichkeiten: Die Hersteller haben sich die verschiedensten System ausgedacht um der Vereisungsproblematik entgegenzuwirken. So gibt es zum Beispiel Systeme, bei der eine Gummikappe die Wasserkammer verschließt. Der Verschluss muss aber gewährleisten, dass der Umgebungsdruck weiterhin auf den Kolben oder die Membran wirken kann (APEKS). Eine andere Möglichkeit besteht darin, vom Mitteldruck dauernd etwas Luft in die Wasserkammer strömen zu lassen. Da das Wasser in der Kammer dadurch ständig verwirbelt wird, bilden sich Eiskristalle nicht so leicht (Beispiel: Ein See friert leichter zu als ein Fluss). Die überschüssige Luft wird dann nach draußen abgegeben (SHERWOOD). Grundsätzlich ist zu sagen, dass eine massive, große (und damit schwere) 1. Stufe immer besser ist als die in der Werbung angepriesenen Leichtgewichte. Je massiger die 1. Stufe ist, desto größer ist die Oberfläche, die mit dem Wasser in Kontakt ist. Da das Wasser wärmer ist als das gasexpandierende Innenleben der 1. Stufe, kann so die Kälte, die sich im Inneren des Automaten bildet, leichter abgeführt werden. Zusätzlich kann man für seine Tauchflasche auch Mikrofilter (AIRCON, NAUTEC) verwenden. Diese Filter halten noch vor dem Flaschenventil Feuchtigkeit und Rostpartikel zurück und schützen so besser die 1. Stufe. Die kann nämlich auch abblasen, wenn sich Rostpartikel aus der Flasche am Hochdruckkolben anlagern und dieser somit nicht mehr korrekt schließt. Wer mehr über solche Dinge wissen will, dem empfehle ich ein Equipment Specialty.
|






-Besucher