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Magazin Testberichte Testbericht Seaquest Pro QD i3

27.
Aug
2007
Testbericht Seaquest Pro QD i3
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Berichte - Testberichte
 
Montag - Ich habe frei - das Wetter ist schön. Beste Voraussetzungen also, meine neueste Errungenschaft vor dem Urlaub zu testen - so wie es jeder verantwortungsvolle Taucher tun sollte.
Testobjekt ist das neue SEAQUEST PRO QD i3 . Ich tauche seit langen Jahren schon Jackets der Pro QD-Serie und wollte mich von meinem alten eigentlich erst trennen, wenn der Materialzerfall uns scheidet. Bei den robusten Jackets von Seaquest wäre das also auf mein Jahrestauchgangspensum bezogen in ca. 10 Jahren bei harter Beanspruchung. Vor allem mein letztes Pro QD - die 30 Jahre Seaquest Limited Edition - ist mir ziemlich ans Herz gewachsen. Aber es heisst ja:"Neue Besen kehren gut." Diesen Sachverhalt gilt es nun zu prüfen - also Tauchzeug in den Kofferraum geschmissen und ab an den Ilsesee in Königsbrunn bei Augsburg.

 


Das i3 ist ein Jacket mit einem sogenannten Einhandtariersystem. Bereits andere namhafte Hersteller haben in den letzten Jahren Jackets dieser Machart auf den Markt gebracht und so gesehen,  ist Seaquest diesbezüglich reichlich spät dran. Umso größer ist daher die Erwartungshaltung, wenn einer der größten und innovativsten Jacket-Hersteller weltweit mit einem eigenen Patent nachzieht.

Die i3-Einheit Die i3-Einheit
Nicht nur die "i3-Einheit" ist neu, sondern auch andere Modifikationen, z. B. die kleine Oktopustasche an der rechten Vorderseite des Jackets, in die der Oktopusschlauch - zu einer Schlaufe geformt - hineingesteckt werden kann.
Einfache Lösung - aber effektiv. An der linken Schulter, wo normalerweise der Inflator sitzt, liegt unter einer Klett-Abdeckung ein Füllschlauch verborgen, den man herausziehen und das Jacket per Mund manuell befüllen kann.

Hier habe ich meine erste eigene Modifikation vorgenommen, denn statt dem Füllschlauch kann man hier auch einen konventionellen Inflator montieren. 

Im Ausland, wo es bekanntermaßen nicht immer leicht ist an Ersatzteile zu kommen, ist es schnell mal passiert, das z. B. ein unachtsamer Mittaucher seine Flasche "falsch" absetzt und diese auf dem Jacket landet. Auch wenn die "i3-Einheit" im Vergleich zu diversen Mitbewerberprodukten einen sehr robusten Eindruck macht, gibt es Buddies, die einfach alles kaputt kriegen und so ist es ideal, wenn ein  Jacket ein Backup-System zulässt. Also habe ich statt des Füllschlauchs den Westenautomaten AIR SOURCE montiert und habe somit 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen erhält man eine 2. Regelmöglichkeit des Jackets und zum anderen spart man sich den Oktopus, da ich als Foto/Video - Freak, oft auf mein Motiv fixiert, verhindern möchte mit einem Oktopus den Boden zu beackern, oder in Korallen hängenzubleiben.
Mit AIR SOURCE Mit AIR SOURCE



Trotz zuverlässiger i3-Einheit
lässt sich optional ein konventioneller
Inflator montieren. Hier im Bild der
Westenautomat Air Source

 

Was mir beim "konfigurieren" meiner Equipmentzusammensetzung sonst noch auffällt ist, dass links unten das kleine "Löchlein" fehlt, aus dem beim Vorgänger der optional montierbare Retractor herausziehbar war. Der D-Ring unterhalb des Retractor-Ausgangs ist ebenso weggelassen worden. Beides vermisse ich aber nicht wirklich...

Doch nun zum Tauchtest:

Der Ilsesee ist vom Tauchen her eine Berg- und Talfahrt. Ein sehr abwechslungsreicher See mit vielen Hügeln, wo man viel tarieren muss. Früher habe ich hier mit Vorliebe Rebreather-Kurse abgehalten, da die "Tarier-Umstellung" beim Rebreathertauchen die Schwierigste ist, hier Schüler also richtig gefordert werden.

Was für die einen Recht ist mir also billig.

Das SEAQUEST PRO QD i3 ist im Prinzip das gleiche, gewohnte Hybrid-Jacket der PRO QD - Familie geblieben. Die Verarbeitung ist einwandfrei, die Passform in allen Tauchlagen ideal. Der Auftrieb ist mit 16 Litern bei Größe ML (20 Liter bei L) völlig ausreichend.

Das Tarieren aus der Hüfte gestaltet sich kinderleicht. Hebel hoch - Luft rein - hoch geht´s. Abtauchen: Hebel runter - Luft raus - und zwar Luft raus unabhängig von der Tauchposition. Vorbei sind die Zeiten, wo man sich über seine momentane Lage im Wasser Gedanken machen musste, um dann das richtige Auslassventil zu betätigen. Beim Betätigen des i3-Hebels geht aus den neuen, ultraflachen Flat-E-Valves immer Luft raus - aber so gut wie kein Wasser rein. Das Ganze lässt sich außerdem auch sehr fein dosieren.
Flat-E-Valve an rechter Schulter Flat-E-Valve an rechter Schulter


Die ultraflachen Flat-E-Valves sorgen
mittels einer Membrane, dass beim
Luftablassen kein Wasser in das
Jacket eindringen kann.
Flat-E-Valve links hinten Flat-E-Valve links hinten

 

Die einzige Umstellung beim Tauchen ist nach ca. 15 min gemeistert. So lange braucht man nämlich beim ersten Tauchgang, um seiner linken Hand beizubringen, nicht nach links oben, sondern nach links unten zu zucken. Mann kann sich das Ganze in etwa vorstellen wie die Umstellung beim Autofahren von einem konventionellen Schaltgetriebe auf eine Formel 1 - Schaltwippe am Lenkrad. Die Bedienung ist kinderleicht und schnell - man muss sich nur den geänderten Bewegungsablauf erst mal zu Gemüte führen.

Alles in allem ist das Pro QD i3 ein rundum gelungenes Jacket und erhält aus Sicht der Redaktion ein entschiedenes: "JAWOLL".

Ich nehme mir also für die Zukunft auch wieder vor, dieses Jacket zu Tauchen, bis der Materialverschleiss uns scheidet...

Boris Sertic - code_red


Vertrieb: Aqualung

 
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